Geographie

Die Republik Island liegt im nördlichen Polarmeer, südlich des Nördlichen Polarkreises, wobei die markanten 66° Nord jedoch immer wieder an einigen Stellen geschnitten werden. Den nördlichsten Punkt bildet die Insel Grimséy, den südlichsten die Insel Surtsey. Islands Hauptstadt ist zugleich die nördlichste Hauptstadt der Welt: Reykjavík. Die ungefähre geographische Lage der Insel ist zwischen 66,5° und 63,0° nördlicher Breite sowie 24,5° und 13,5° westlicher Länge. Damit liegt Island mitten auf dem Mittelatlantischen Rücken, der sich über den ganzen Atlantik erstreckt und die Bruchstelle zwischen der Eurasischen und Amerikanischen Kontinentalplatte bildet. Geographisch liegt Island zwar näher an Amerika, wird aber aus historischen und kulturellen Gründen Europa zugeordnet. An den Entfernungen zu den nächsten größeren Festlandspunkten lässt sich die abgeschiedene Lage Islands sehr gut veranschaulichen: bis nach Grönland sind es 300 km Luftlinie, zu den Färöer 400 km, nach Schottland km, zur Norwegischen Küste 1.000 km und bis nach Berlin 2.100 km.
Island hat eine Gesamtfläche von 103.000 km², wobei 3.000 km² von verschiedenen Inseln gebildet werden. Umschlossen wird diese Fläche von einer annähernd 5.000 km langen Küstenlinie. Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und nach dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte Inselstaat der Erde. Rechnet man die Fischereizonen mit ein, so kommt man auf ein Gesamtfläche von 760.000 km².

Während der Eiszeit war Island komplett vergletschert. Auch heute noch werden 11% des Landes von Gletschern bedeckt. Als größter Gletscher Islands und Europas gilt der Vatnajökull, dessen Eiskappe bis zu 900 m dick ist und eine Fläche von 8.500 km² bedeckt. Die Landschaft ist vor allem durch den Vulkanismus geprägt, der aufgrund der Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken eine besonders wichtige Rolle in der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Insel spielt. Ebenso prägend ist der Wasserreichtum, die zahlreichen Flüsse, Seen und Wasserfälle Islands. Darunter der 44 m hohe Dettifoss, der zwar nicht der höchste aber mit 190 Tonnen Wasser pro Sekunde der wasserreichste in Europa ist. Der höchste Festlandspunkt ist mit 2119 m der Hvannadalshnjúkur - der tiefste mit -200 m der See Öskjuvatn. Die längsten Flüsse sind die Þjórsá mit 0 km und die Jökulsá á Fjöllum mit 206 km.
Ein großer Teil Islands besteht aus Lavawüsten, die nicht oder kaum bewohnbar sind. Dies trifft auf fast das gesamte Inland zu, insbesondere das Isländische Hochland. Die bewohnten Gebiete ziehen sich in einem Gürtel entlang der Küsten. Island hat eine Bevölkerungsdichte von 2,8 Einwohnern pro km². Von den weniger als 300.000 Einwohnern lebt die Hälfte in der Hauptstadt Reykjavík, wodurch der Rest des Landes ziemlich verlassen und leer wirkt. Im Vergleich dazu hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 0 Einwohnern pro km².